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Das Gebiet

PlattenkalkhaldenNameNaturverträglicher Steinabbau im südlichen Frankenjura

Gebietsgröße: Jurakalksteinbrüche und Plattenkalkhalden der Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen und Eichstätt in den Grenzen des Naturparks Altmühltal

Betreut seit: 2010

Bedeutung: Hochwertige Lebensräume für Arten mit z.T. extremen Anforderungen an ihren Lebensraum

Typische Lebensräume: Plattenkalkhalden, Steinbrüche mit hohen Felswänden

 
 
 
 

Mehr zum Gebiet

Nach erfolgtem Gesteinsabbau bieten Plattenkalkhalden und Jurakalksteinbrüche nach Umsetzung geeigneter Rekultivierungsmaßnahmen anthropogene Lebensräume, die vor allem seltenen Pionierarten (Plattenkalk) und Arten mit besonderen Ansprüchen an ihren Brutraum (Jurakalk) zu Gute kommen.

 
 

Der Betreuer

Adi GeyerNameAdi Geyer

Ausbildung: Diplom-Biologe mit Fachrichtung Tierökologie

Im Dienst als Gebietsbetreuer seit: 2010

Träger: Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (in Untervertrag mit Lkr. Eichstätt)

Thematische Schwerpunkte: Zusammenarbeit mit den beteiligten Unteren Naturschutzbehörden und den Betreibern der Steinbrüche bzgl. Umsetzung aktueller Schutzmaßnahmen und zielgerichteter Maßnahmen. Ausarbeitung und Umsetzung geeigneter Rekultivierungsmaßnahmen. Überarbeitung älterer, bestehender Rekultivierungspläne.

 

Mehr zum Betreuer

Ich heiße Adi (Adam) Geyer. Mein erster Kontakt mit Steinbrüchen fand bereits im Jahr 1991 statt, als ich im Rahmen des Artenhilfsprogramms (LfU) für den Apollofalter (Parnassius apollo) aufgelassene Steinbrüche und alte Plattenkalkhalden im Raum Solnhofen, Mörnsheim und Eichstätt untersuchte. Dabei konnten auch Daten und Erkenntnisse gesammelt werden, auf welche Weise früher – heute bedeutsame – Plattenkalkhalden mit altem Gerät, z.T. händisch aufgebaut wurden. Neue Halden erreichten diese Wertigkeit bei weitem nicht mehr. So entstanden Überlegungen, diesen ursprünglichen Aufbau auch bei aktuellem, wesentlich intensiveren Gesteinsabbau mit Bagger und Radlader weitgehend zu erreichen. Im Verlauf der Jahre führten Gespräche mit Betreibern zu ersten guten Ansätzen, so dass schließlich im Jahr 2006 ein Umweltpakt für naturverträglichen Gesteinsabbau (Plattenkalk mit Zielart Apollofalter) zwischen den beteiligten Landkreisen und dem Altmühltaler Kalksteine e.V. geschlossen werden konnte. Nach diesem Muster folgte im Jahr 2009 ein weiterer Umweltpakt für Jurakalkbrüche mit der Zielart Uhu für Fels brütende Vogelarten. Seit dem Jahr 2010 ist es nun meine wesentliche Aufgabe, diese Umweltpakte als Gebietsbetreuer umzusetzen.

Kontakt

Adi Geyer, Gebietsbetreuer
Volkfeldstr. 39
96049 Bamberg
E-Mail: adigeyer[at]yahoo.de
 
 

Tiere und Pflanzen

ApollofalterTierarten: Apollofalter, Berghexe, Kreuzenzian-Bläuling, Rot- und Blauflügelige Ödlandschrecke, Uhu, Wanderfalke, Steinschmätzer, Gelbbauchunke

Pflanzenarten: Arnold‘s Habichtskraut, endemische Mehlbeeren

Hilfsprogramme für: Apollofalter, Arnold‘s Habichtskraut und endemische Mehlbeeren des Altmühltals

 
 

Mehr zu Tiere und Pflanzen

Der Apollofalter war bis in die 1960er Jahre auf den Jurahängen der Schwäbischen und Fränkischen Alb weit verbreitet. Die sukzessive Auflassung der Beweidung führte dann dazu, dass allerorts Felsen verbuschten bzw. Kiefern und andere Gehölze aufkamen. Die Raupe des Apollofalters, die auf offene, besonnte Felslagen mit Vorkommen ihrer Futterpflanze, dem Weißen Mauerpfeffer, angewiesen ist, verlor ihre Lebensgrundlage. Deshalb verschwand der Apollofalter bis zu den späten 1980er Jahren weitgehend, so dass er in Bayern (außerhalb des Alpenraums) nur noch in zwei Regionen in geringer Anzahl vorkam.

Grund hierfür waren vom Menschen geschaffene „Ersatz-Lebensräume“, die den Verlust der originären Felsstandorte zunächst auffingen und bis heute als Refugial-Lebensräume sehr wichtig sind. Im Altmühltal sind dies großräumige, alte Plattenkalkhalden, die eine Felsoberfläche so gut „nachbilden“, dass die Pioniervegetation mit Bewimpertem Perlgras und Weißem Mauerpfeffer noch heute eine ideale Lebensgrundlage für den Apollofalter und eine Vielzahl weiterer Tier- und Pflanzenarten, so z.B. dem im Altmühltal endemisch vorkommenden Arnold’s Habichtskraut, bilden.

Die bisher durchgeführten Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass neue Halden wieder eine aus mageren Plattenkalken aufgebaute Oberfläche aufweisen. An mehreren Standorten konnten so inzwischen neue Lebensräume geschaffen werden, wie z.B. eine Bauschuttdeponie, die seit mehreren Jahren sukzessive als Plattenkalkhalde rekultiviert wird und aktuell bereits – aus eigener Kraft – vom Apollofalter und der Rotflügeligen Ödlandschrecke besiedelt wurde.

Jurakalkbrüche ergeben beim Abbau indes keine Plattenhalden. Vielmehr führt der Gesteinsabbau des sog. Juramarmors, der in großen Blöcken gebrochen wird, zu teils mächtigen Felswänden, die vom Uhu, dem Wanderfalken oder auch dem Kolkraben als Brutraum genutzt werden können.

Hier greift der Umweltpakt, indem bereits während des Abbaus Gesteinsabsätze (sog. Bärmen) herausgebrochen werden, die der Uhu später für seine offenen „Balkonbruten“ nutzen kann. Mittels Meißelbagger werden zusätzlich Höhlen geschaffen, die nach vollständigem Abbau dann so hoch in der Felswand liegen, dass insbesondere die Junguhus sicher vor Bodenräubern wie Fuchs und Marder sind. Die Maßnahmen umfassen darüber hinaus auch die Erhaltung alter, hochwertiger Felswände, die aufgrund bestehender Auflagen, z.B. durch Verfüllung, verloren gehen würden. So konnten inzwischen mehrere solcher Felswände im Rahmen der Gebietsbetreuung gesichert werden. Die Arbeiten gründen häufig auf Daten aus dem Monitoring des Landesbundes für Vogelschutz (LPV Hilpoltstein), mit dem eine enge Zusammenarbeit besteht.

 
 
Weitere Informationen
 

Was Sie unbedingt erleben müssen

Erwandern Sie das Gebiet auf mehreren Wegen, von denen aus Sie die Lebensräume und Artenvielfalt des Altmühltals erleben können. So führt der Panoramaweg an mehreren Felsformationen, z.B. dem NSG 12 Apostel bei Solnhofen (WUG) und dem NSG Arnsberger Leite (Ei), vorbei. Bei Arnsberg gibt es zudem die Möglichkeit einen separat ausgewiesenen Schmetterlingsweg sowie einen Kräuterweg (bei Böhmfeld) als Abstecher vom Panoramaweg einzuflechten. Um den Apollofalter fliegen zu sehen, sollten Sie den Monat Juli für eine Wanderung nutzen. 

Die schönsten Orte im Gebiet

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