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Das Gebiet

Nördlinger Ries - Foto: E. RiederNameNördlinger Ries

Gebietsgrößeca. 490 km²

Betreut seit: 2013

Bedeutung: Das Nördlinger Ries bildet das einzige Brutgebiet der Wiesenweihe in Schwaben. Zusätzlich befinden sich im Ries viele bedeutende Wiesenbrütergebiete, die daher als EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen sind. Sie sind von hoher Bedeutung für durchziehende, rastende und überwinternde Vogelarten und wichtige Bindeglieder zwischen den Wiesenbrütergebieten im Donautal und an der Altmühl.

Typische Lebensräume: Feuchtwiesen, Heiden, Halbtrockenrasen, intensiv genutzte Agrarlandschaft

 

Mehr zum Gebiet

Wemdinger RiedIm Rieskrater befinden sich bedeutende Biotope, die seltenen Vögeln und Pflanzen als Lebensraum dienen. Die flächenmäßig den größten Teil stellenden Biotope, die auch verstärkte Beachtung genießen, sind sicherlich Feuchtwiesen mit Tümpeln, Fließgewässer, Heiden bzw. Magerrasen und – Äcker. Um die Entstehung und Bedeutsamkeit dieser Lebensräume zu verstehen, müssen wir zunächst einen Blick in die Vergangenheit werfen und zwar in eine Zeit vor 14,5 Millionen Jahren. Damals gestaltete der Einschlag eines etwa einen Kilometer im Durchmesser großen Asteroiden die Landschaft um. Dieser Ries-Impakt, der den Rieskrater mit einem Durchmesser von ca. 25 km hervorrief, bildete die Basis für die heutigen bedeutenden Lebensräume im Ries. Durch den Einschlag wurde ein Krater gebildet. Dieser füllte sich innerhalb weniger Sekunden durch das Aufwölben des Kraterbodens und das Nachrutschen von Gesteinsschollen am Kraterrand. Übrig blieb ein nur wenige Meter tiefer Krater. Gesteinsbrocken wurden durch den Aufprall ausgeworfen und in eine Entfernung von bis zu 50 km abgelagert. Gesteinsschollen rutschten vom Kraterrand ab und wurden zwischen dem inneren und dem äußeren Kraterrand abgelagert. Sie werden als Megablöcke bezeichnet. Triticale AlerheimIn der abflusslosen Senke des Kraters bildete sich ein See, der über die Jahrmillionen verlandete. Freigelegt wurde der Krater erst während der Eiszeiten durch Erosion. Löss, im Zuge der Eiszeit durch Erosion gelöstes und durch Auswehung verbreitetes Lockermaterial, lagerte sich in Lee der schwäbischen Alb, im Nördlinger Ries, ab. Lösshaltige Böden führen durch ihren Mineralstoffreichtum und ihre gute Belüftung zu hohen Ernteerträgen. Schon die frühen Siedler des Rieses erkannten die Fruchtbarkeit der Böden und nutzten sie ackerbaulich. Fließgewässer wie die Wörnitz schnitten sich in das Gelände ein und lagerten Sedimente im Auenbereich ab. Durch diese geologischen und geomorphologischen Prozesse finden wir heute vielfältige Ausgangssituationen für unterschiedliche Biotope im Nördlinger Ries, die damit sehr unterschiedlichen Arten Lebensraum bieten.

 
 

Die Betreuerin

Gebietsbetreuerin Judith Kronberg

NameJudith Kronberg

AusbildungDiplom-Geographin

Im Dienst als Gebietsbetreuerin seitJanuar 2014

TrägerRieser Naturschutzverein e.V.Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e.V.Landkreis Donau-Ries

Thematische Schwerpunkte: Schutz von Großem Brachvogel und Kiebitz, Öffentlichkeitsarbeit, Besucherlenkung

 
 

Mehr zur Betreuerin

Schon in ihrer Kindheit beobachtete Judith Kronberg die Vögel im Garten. Nach ihrem Studium der Diplom-Geographie verbrachte sie mehrere Sommer auf einsamen Inseln in den Nationalparken am Wattenmeer. Dort lebte sie inmitten von Brutgeschehen und Vogelzug und führte deren Monitoring durch. Seit 2014 ist sie nun als Gebietsbetreuerin Nördlinger Ries für den Schutz der Wiesenweihen und Großen Brachvögel zuständig.

Kontakt

Judith Kronberg, Gebietsbetreuerin Nördlinger Ries
Landratsamt Donau-Ries
Landespflege
Pflegstr. 2
86609 Donauwörth
Telefon: +49 906 74302

 

 
 

Tiere und Pflanzen

fluegge Wiesenweihe

Tierarten: Wiesenweihe, Großer Brachvogel, Kiebitz, Bekassine, Eisvogel, Braunkehlchen, Blaukehlchen, ...

Pflanzenarten: Sumpfbrenndolde, Küchenschelle, Kantiger Lauch

Hilfsprogramme fürWiesenweihe, Wiesenbrüter

 

 

 

 

  

Mehr zu Tiere und Pflanzen

 

männliche WiesenweiheDie Wiesenweihe

Drei Brutvorkommen der seltenen Greifvogelart gibt es in Bayern. Das einzige in Schwaben befindet sich im Nördlinger Ries. Hier brüten jedes Jahr zwischen 15 und 25 Paare. Der Name Wiesenweihe (Circus pygargus) täuscht, brüten doch die Wiesenweihen nach Lebensraumverlusten in den letzten Jahrzehnten mittlerweile in Getreidefeldern. Um die Vogelart vor den Gefahren durch die Ernte, die mit dem Brutrhythmus kollidiert, zu bewahren, erfolgt der Schutz der Vogelart im Ries durch intensive Betreuung. Hierbei ermittelt und markiert die Gebietsbetreuerin zusammen mit dem ehrenamtlichen Wiesenweihenbetreuer im Ries, Konrad Bauer, die genauen Gelegestandorte. Die bewirtschaftenden Landwirte lassen daraufhin bei der Ernte Restflächen von 50x50m um die Horste herum stehen. Den Ernteverlust und den Mehraufwand bekommen sie vergütet. Durch diese hervorragende Zusammenarbeit von Vogelschützern, Landwirten und Behörden haben die Wiesenweihen im Ries einen sehr guten Bruterfolg.

 

Großer BrachvogelDer Große Brachvogel

Das Nördlinger Ries beherbergt in mehreren Brutgebieten Wiesenbrüter wie den Großen Brachvogel (Numenius arquata). Dieser Schnepfenvogel ist ebenfalls durch Veränderungen in der Landbewirtschaftung vom Aussterben bedroht. In den Wiesenbrütergebieten bei Deiningen/Alerheim, Munningen und in den Heuberger Wiesen werden die Brachvogelbrutplätze durch die Gebietsbetreuerin gesichert. Dazu werden wie bei der Wiesenweihe die Neststandorte ermittelt und mit den bewirtschaftenden Landwirten individuelle Maßnahmen vereinbart. Für die damit verbundenen Erschwernisse werden die Landwirte entschädigt. Durch diese Schutzmaßnahmen soll der Bruterfolg gesteigert und so dem Bestandsrückgang des Brachvogels im Nördlinger Ries entgegengewirkt werden.
  
 
 
 
Weitere Informationen
 

Was Sie unbedingt erleben müssen

Begeben Sie sich auf einen Feldweg im Ries und beobachten Sie die spektakulären Balzflüge der Wiesenweihe!

Meine Angebote

Gerne nehme ich Sie per PowerPoint-Vortrag mit auf eine Reise zu den Wiesenbrütern im Ries. Bitte vereinbaren Sie einen Termin!

 
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