Naturschutz. Für Dich. Vor Ort.

Gebietsbetreuung in Bayern – eine Erfolgsgeschichte

Seit ihrer Etablierung im Jahr 2000 sind wir GebietsbetreuerInnen ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Entwicklung der Umwelt in Bayern und damit ein Teil der praktischen Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie geworden.
Wir GebietsbetreuerInnen sind wichtige Ansprechpartner „vor Ort“, die auf regionaler Ebene mit der Vermittlung von Wissen zur Wertschätzung ökologisch besonders bedeutsamer Gebiete beitragen. Neben unseren Tätigkeiten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung wirken wir auch bei der Erfassung und Überwachung der seltenen Tier- und Pflanzenarten des jeweiligen Gebietes mit. Außerdem sind wir Helfer und Vermittler, die Sie, die Bürger und Bürgerinnen, bei allen Anliegen rund um unsere Gebiete mit Rat und Tat unterstützen.

Getreu unserem Motto "Naturschutz. Für Dich. Vor Ort." betrachten wir uns als Schnittstellen zwischen Naturschutz und Mensch.

Was klein begann ist über die Jahre zu etwas ganz Großem geworden. Seit dem Beginn der neuen Förderperiode, am 01.04.2015, werden 37 herausragende bayerische Gebiete von uns betreut.

Ausführliche Informationen zum Projekt "Gebietsbetreuung in Bayern"

Gebietsbetreuer in BayernAlles begann Ende 1997 mit der ersten „Gebietsbetreuung für das Ramsargebiet Ammersee“. Dies war der Vorläufer des beispielhaften, bayerischen Gebietsbetreuerprojekts: Fundierte fachliche Beratung und Informationsvermittlung unter nicht staatlicher Trägerschaft. Dieses Modell überzeugte schnell auch politische Entscheidungsträger, so dass der Startschuss für hauptamtliche Gebietsbetreuungsstellen unter freier Trägerschaft gegeben werden konnte. Die Finanzierung erfolgte über die Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds, eine gemeinnützige, im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert Stiftung. Vom Jahr 2000 bis März 2015 war der Europäische Sozialfonds an der Kofinanzierung der Gebietsbetreuer beteiligt. Seit April 2015 werden die Gebietsbetreuerstellen zu 75 -85 % vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert, den restlichen Teil übernehmen die Träger. Als Träger fungieren Vereine, Verbände, Stiftungen, Naturparke, Umweltbildungseinrichtungen und Landkreise.

Bis 2008 gab es 26 betreute Gebiete, inzwischen ist die Zahl auf 37 angewachsen, dazu gehören auch zwei Gebietsbetreuer im Bibermanagement die bayernweit tätig sind.

Alle Gebietsbetreuer haben eine naturwissenschaftliche Universitäts- oder Fachhochschulausbildung in verschiedenen „grünen“ Gebieten, so gibt es Biologen, Landschaftsplaner, Förster, Agrarwirte oder Geographen - um nur einige zu nennen.

Beobachten – Vermitteln – Informieren, das sind in Kürze die Aufgaben eines/r Gebietsbetreuer/in

Doch was genau verbirgt sich dahinter? Das einheitliche Aufgabenprofil das für alle Stellen gilt umfasst ein weites Spektrum und spiegelt die Vielfalt der betreuten Gebiete wieder.

Aufgrund der Verschiedenartigkeit der Gebiete ergeben sich unterschiedliche Gewichtungen, doch allen gemein ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und ein Schwerpunkt in der Umweltbildung. Sie zeigen Besuchern die Naturschönheiten ihrer Gebiete und weisen auf Besonderheiten hin. Sie erklären Zusammenhänge und werben so für nötige Schutz- und Pflegemaßnahmen. Dadurch erreichen sie eine Sensibilisierung für ihre betreuten Gebiete und steigern die Akzeptanz für die Umsetzung von Naturschutzzielen.

Sie begehen regelmäßig ihre Gebiete und erheben Daten über geschützte Tier- und Pflanzenarten, sie vermitteln die Ziele von Natura 2000 und die Vernetzung der Schutzgebiete Europas und bringen somit auch die überregionalen Zusammenhänge der den Bürgern näher. Da die Gebietsbetreuer keine hoheitlichen Befugnisse haben, sind sie oft als Vermittler zwischen den behördlichen Stellen und Eigentümern tätig und können durch fachliche Beratung zu Lösungen beitragen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Besucherlenkung. Dabei entwickeln sie zum Schutz der Gebiete Strategien zur Besucherlenkung und setzten diese zusammen mit den Eigentümern und Fachbehörden um. Durch Führungen in sensiblen Gebieten können sie Gäste und Einheimische auf die besonderen Belange der Natur vor Ort aufmerksam machen. Durch Erläuterung der Zusammenhänge wird Verständnis für die Schutzmaßnahmen geweckt und die Akzeptanz für Einschränkungen steigt

Dies klingt zunächst einmal alles recht trocken, doch wenn die GebietsbetreuerInnen vor Ort mit den Besuchern in die Natur „eintauchen“, wird es praxisnah. Nur wer die Moorlandschaften erlebt hat, weiß, dass die Entwässerung der Tod der Moore ist. Wer die Vogelwelt am Ammersee beobachtet hat, kann sich den Vogelzug vorstellen und wer den Adler über den Allgäuer Hochalpen kreisen sah, weiß, dass dieser majestätische Vogel unseren Schutz benötigt. Die Aufzählung ließe sich weiter fortsetzen, bis alle betreuten Gebiete genannt sind. Viele Veranstaltungen (zu finden z. B. in der BayernTourNatur) entführen in die Natur Bayerns, wenn man mit den Gebietsbetreuern unterwegs ist.

Die erforderlichen Mittel für die Gebietsbetreuung werden vom Bayerischen Naturschutzfonds und von den Trägern vor Ort aufgebracht. Dabei investiert der Bayerische Naturschutzfonds bis 2018 3,9 Millionen €, die Träger steuern 700.000 € bei; zusätzlich fließen 100.000 € öffentliche Drittmittel.

Die für unsere Arbeit erforderlichen Mittel werden vom Bayerischen Naturschutzfonds und von unserem jeweiligen Trägern aufgebracht.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.