Loisach-Kochelsee-Moore

Kloster Benediktbeuern, Loisach, Kochelsee Moore
Kloster Benediktbeuern, Loisach-Kochelsee-Moore

Name: Loisach-Kochelsee-Moore

Gebietsgröße: rund 6.300 ha

Betreut seit: Januar 2003

Bedeutung:

Direkt vor der Tür des Klosters Benediktbeuern liegen die Loisach-Kochelsee-Moore. Sie entstanden in der Würmeiszeit vor mehr als 10 000 Jahren in einem Stammtrichter des Isargletschers. Die ausgedehnten Nieder- und Hochmoore erstrecken sich entlang der Loisach, vom Kochelsee bis Penzberg – über eine Fläche von rund 3 600 Hektar. Sie zählen zu den herausragenden Moorgebieten Mitteleuropas. Durch die traditionelle Nutzung der Niedermoore sind die sogenannten 'Streuwiesen' von faszinierender Schönheit entstanden - Wiesen, die nur einmal jährlich im Herbst gemäht und nicht gedüngt werden und deren Mahdgut als Einstreu in Ställen Verwendung findet. Nur die regelmäßige Mahd und düngerfreie Bewirtschaftung gewährleistet den Fortbestand schutzbedürftiger Arten wie Mehlprimel, Enziane und Orchideen. Auch viele in Wiesen brütende Vogelarten wie das Braunkehlchen profitieren von dieser Bewirtschaftungsmethode. Die niedrigen, nicht zu dichten Wiesen bieten ihnen Rückzugsräume zur Aufzucht ihrer Küken. Um den Wert des Gebietes langfristig zu erhalten, ist es notwendig, extensive Nutzungsformen beizubehalten. Das gelingt im BayernNetzNatur-Projekt 'Loisach-Kochelsee-Moore' einerseits über freiwillige Vereinbarungen im Rahmen des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms, andererseits hat sich das Zentrum für Umwelt und Kultur e. V. seit über 25 Jahren als Partner der ortsansässigen Landwirte fest etabliert. Das Modellprojekt „Landschaftspflegehöfe“ hatte zum Ziel, Streuwiesenmahd wieder in landwirtschaftliche Betriebskreisläufe einzubinden. Durch die zunehmende Errichtung moderner Laufställe für Rinder steigt zusätzlich die Nachfrage nach Streugut.

Aufgrund ihrer Bedeutung für ganz Mitteleuropa sind die Loisach-Kochelsee-Moore Teil des es landesweiten Biotopverbunds BayernNetzNatur und des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Seit 1992 setzt sich das Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern mit vielen Akteuren für die Erhaltung und Optimierung dieser einmaligen Moorlandschaft ein.

Typische Lebensräume:

regelmäßig gemähte Niedermoorstreuwiesen, renaturierte Futterwiesen, ungenutzte relativ naturnahe Hochmoore

Besonderheit:

Wiesenbrüter, Mithilfe von Ehrenamtlichen, Zusammenarbeit mit vielen Nutzergruppen

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Die 'Tölzer Moorachse', das Band deutschland- und bundesweit bedeutsamer Moore entlang von Isar und Loisach, ist Namengeber für einen Arbeitskreis, in dem Naturschutzverbände, -behörden, der Bayerische Bauernverband, Landrat und die örtlichen Moorgebietsbetreuerinnen zusammenarbeiten, um Moorrenaturierung von Anbeginn an einvernehmlich zu planen und umzusetzen.

Der Moorschutz wird durch das Klimaprogramm Bayern 2050 - Moore maßgeblich unterstützt. Die Moore beheimaten im Vergleich mit anderen Lebensräumen den relativ höchsten Anteil an gefährdeten Pflanzenarten und viele gefährdete Tierarten. Moore speichern und filtern Grund- und Oberflächenwasser. Durch ihre einmalige Fähigkeit, über die aufwachsenden Pflanzen CO2 aufzunehmen und den Kohlenstoff im nassen Torf dauerhaft einzulagern, bilden Moore enorme risikolose unterirdische Kohlenstoffspeicher. Gleichzeitig sind naturnahe Moore die eindrucksvollsten Lebensräume, die wir noch kennenlernen dürfen.

Elisabeth Pleyl

Name: Elisabeth Pleyl

Ausbildung:

Dipl. Ing. (Landespflege)

Im Dienst seit: 2003

Träger: Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern e. V.

Thematische Schwerpunkte:

Streuwiesenpflege, Wiesenbrüterschutz, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung

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Elisabeth Pleyl

Elisabeth Pleyl arbeitet seit 1995 am Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern e. V., zunächst für die Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplans Loisach-Kochelsee-Moore, seit 2003 als Gebietsbetreuerin für die Moore im Raum von Isar und Loisach, seit 2021 für die Loisach-Kochelsee-Moore. Sprechzeiten: montags und dienstags

Kontakt

Elisabeth Pleyl

Zeilerweg 2 (Meierhof)

83671 Benediktbeuern

Telefon: 08857 88705

Braunkehlchen (Foto: Rudolf Schmidt)
Braunkehlchen (Foto: Rudolf Schmidt)

Tierarten:

Mädesüß-Perlmuttfalter, Braunkehlchen

Pflanzenarten:

Hochmoorvegetation mit Rundblättrigem Sonnentau, Torfmoosen, Moosbeere, Rosmarinheide, Scheidigem Wollgras

Highlights:

Bauern als Eigentümer und Pfleger schutzwürdiger Flächen, Spezialgeräte wie dieser Traktor mit Zwillingsbereifung Ergebnis: eine blühende Streuwiese mit Trollblumen, im Hintergrund der Herzogstand

Besondere Lebensraumtypen:

Moorbirkenwald nach Umbau und Wiedervernässung eines Fichtenforstes auf Klosterland Benediktbeuern

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Bauern als Eigentümer und Pfleger schutzwürdiger Flächen
Bauern als Eigentümer und Pfleger schutzwürdiger Flächen
Mädesüß-Perlmuttfalter (Foto: Pleyl)
Mädesüß-Perlmuttfalter (Foto: Pleyl)
Rundblättriger Sonnentau, Torfmoose, Moosbeere, Rosmarinheide (Foto: Pleyl)
Rundblättriger Sonnentau, Torfmoose, Moosbeere, Rosmarinheide (Foto: Pleyl)
Streuwiesenmahd mit Zwillingsbereifung
Streuwiesenmahd mit Zwillingsbereifung.jpg
Trollblume Herzogstand (Foto: Pleyl)
Trollblume Herzogstand (Foto: Pleyl)
Moorbirkenwald nach Umbau und Wiedervernässung eines Fichtenforstes auf Klosterland Benediktbeuern (Foto: Pleyl)
Moorbirkenwald nach Umbau und Wiedervernässung eines Fichtenforstes auf Klosterland Benediktbeuern (Foto: Pleyl)
Bergblick auf Loisach Kochelsee Moore Pleyl
Bergblick_auf_Loisach_Kochelsee_Moore_Pleyl.jpg
Biotope im Klosterland Benediktbeuern (Foto: Pleyl)
Biotope im Klosterland Benediktbeuern (Foto: Pleyl)

Was Sie unbedingt erleben müssen

Blick vom Sonnenspitzl auf den ehemaligen Rohrsee, eine 369 ha große Schilf- und Schneidriedfläche

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Biotope im Klosterland Benediktbeuern

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Beratungen, Führungen, Vorträge