Nördlinger Ries

Ackerlage (Foto: J. Kronberg)
Ackerlage (Foto: J. Kronberg)

Name: Nördlinger Ries

Gebietsgröße: ca. 490 km²

Betreut seit: Januar 2013

Bedeutung: Im Nördlinger Ries befinden sich viele bedeutende Wiesenbrütergebiete, die daher als EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen sind. Sie sind von hoher Bedeutung für durchziehende, rastende und überwinternde Vogelarten und wichtige Bindeglieder zwischen den Wiesenbrütergebieten im Donautal und an der Altmühl.

Typische Lebensräume: Feuchtwiesen, Heiden, Halbtrockenrasen, intensiv genutzte Agrarlandschaft

Besonderheit: -

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Im Rieskrater befinden sich bedeutende Biotope, die seltenen Vögeln und Pflanzen als Lebensraum dienen. Die flächenmäßig den größten Teil stellenden Biotope, die auch verstärkte Beachtung genießen, sind sicherlich Feuchtwiesen mit Tümpeln, Fließgewässer, Heiden bzw. Magerrasen und – Äcker. Um die Entstehung und Bedeutsamkeit dieser Lebensräume zu verstehen, müssen wir zunächst einen Blick in die Vergangenheit werfen und zwar in eine Zeit vor 14,5 Millionen Jahren. Damals gestaltete der Einschlag eines etwa einen Kilometer im Durchmesser großen Asteroiden die Landschaft um. Dieser Ries-Impakt, der den Rieskrater mit einem Durchmesser von ca. 25 km hervorrief, bildete die Basis für die heutigen bedeutenden Lebensräume im Ries. Durch den Einschlag wurde ein Krater gebildet. Dieser füllte sich innerhalb weniger Sekunden durch das Aufwölben des Kraterbodens und das Nachrutschen von Gesteinsschollen am Kraterrand. Übrig blieb ein nur wenige Meter tiefer Krater. Gesteinsbrocken wurden durch den Aufprall ausgeworfen und in eine Entfernung von bis zu 50 km abgelagert. Gesteinsschollen rutschten vom Kraterrand ab und wurden zwischen dem inneren und dem äußeren Kraterrand abgelagert. Sie werden als Megablöcke bezeichnet. In der abflusslosen Senke des Kraters bildete sich ein See, der über die Jahrmillionen verlandete. Freigelegt wurde der Krater erst während der Eiszeiten durch Erosion. Löss, im Zuge der Eiszeit durch Erosion gelöstes und durch Auswehung verbreitetes Lockermaterial, lagerte sich in Lee der schwäbischen Alb, im Nördlinger Ries, ab. Lösshaltige Böden führen durch ihren Mineralstoffreichtum und ihre gute Belüftung zu hohen Ernteerträgen. Schon die frühen Siedler des Rieses erkannten die Fruchtbarkeit der Böden und nutzten sie ackerbaulich. Fließgewässer wie die Wörnitz schnitten sich in das Gelände ein und lagerten Sedimente im Auenbereich ab. Durch diese geologischen und geomorphologischen Prozesse finden wir heute vielfältige Ausgangssituationen für unterschiedliche Biotope im Nördlinger Ries, die damit sehr unterschiedlichen Arten Lebensraum bieten.

Judith Kronberg
Judith Kronberg

Name: Judith Kronberg

Ausbildung:

Diplom-Geographin

Im Dienst seit: 2014

Thematische Schwerpunkte:

Schutz von Großem Brachvogel und Kiebitz, Öffentlichkeitsarbeit, Besucherlenkung

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Judith Kronberg

Schon in ihrer Kindheit beobachtete Judith Kronberg die Vögel im Garten. Nach ihrem Studium der Diplom-Geographie verbrachte sie mehrere Sommer auf einsamen Inseln in den Nationalparken am Wattenmeer. Dort lebte sie inmitten von Brutgeschehen und Vogelzug und führte deren Monitoring durch. Nun ist sie als Gebietsbetreuerin Nördlinger Ries für den Schutz von Großem Brachvogel und Kiebitz zuständig.

Kontakt

Judith Kronberg

Pflegstr. 2

86609 Donauwörth

Telefon: 0906 74302

Mobil: 0172 7122421

Ackerlage (Foto: J. Kronberg)
Ackerlage (Foto: J. Kronberg)

Tierarten: Großer Brachvogel, Kiebitz, Braunkehlchen, Wiesenweihe, ...

Pflanzenarten: Sumpfbrenndolde, Küchenschelle, Kantiger Lauch

Highlights: -

Hilfsprogramme für: Wiesenbrüter, Wiesenweihe

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Der Große Brachvogel

Das Nördlinger Ries beherbergt in mehreren Brutgebieten Wiesenbrüter wie den Großen Brachvogel (Numenius arquata). Dieser Schnepfenvogel ist durch Veränderungen in der Landbewirtschaftung vom Aussterben bedroht. In den Wiesenbrütergebieten bei Deiningen/Alerheim, Munningen-Nordwest und in den Heuberger Wiesen werden die Brachvogelbrutplätze durch die Gebietsbetreuerin gesichert. Dazu werden die Neststandorte ermittelt und mit den bewirtschaftenden Landwirten individuelle Maßnahmen vereinbart. Für die damit verbundenen Erschwernisse werden die Landwirte entschädigt. Durch diese Schutzmaßnahmen soll der Bruterfolg gesteigert und so dem Bestandsrückgang des Brachvogels im Nördlinger Ries entgegengewirkt werden.

Der Kiebitz

Der Brutbestand des Kiebitz (Vanellus vanellus) ist in Bayern seit Mitte der 1970er Jahre um mindestens 50 Prozent zurückgegangen, heute wird der Wiesenbrüter auf der Roten Liste als stark gefährdete Art geführt. Da bis zu 80 Prozent der Kiebitze in Bayern mittlerweile auf Ackerflächen brüten, sind durch die stattfindende Bodenbearbeitung und Ansaat im Frühjahr die Gelege gefährdet. Auch die erste Wiesenmahd fällt in die Brutzeit der Kiebitze. Die Vögel schaffen es meistens nicht, ihren Nachwuchs zwischen den einzelnen Bewirtschaftungsgängen groß zu ziehen. Um den Brutbestand zu stabilisieren, werden deswegen in den oben genannten Gebieten die Gelege gesucht, einheitlich markiert und mit einer Nestnummer versehen. Anschließend teilt die Gebietsbetreuerin den Bewirtschaftern die genaue Lage der Gelege mit und bittet sie, bei der Bewirtschaftung das Nest auszusparen. Durch diese Maßnahmen kann der Verlust durch landwirtschaftliche Bewirtschaftung auf ein Minimum reduziert und der Bruterfolg der Kiebitze gesteigert werden.

 

Was Sie unbedingt erleben müssen

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Die schönsten Orte im Gebiet

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Die Angebote

Gerne nehme ich Sie per PowerPoint-Vortrag mit auf eine Reise zu den Wiesenbrütern im Ries. Bitte vereinbaren Sie einen Termin!