Wiesenbrüter im Chamb- und Zellertal

Chambtal
Chambtal

Name: Wiesenbrüter im Chamb- und Zellertal

Gebietsgröße: ca. 2286 ha

Betreut seit: Januar 2019

Bedeutung: Natura 2000 Gebiet; Teil eines wichtigen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebietes für Vögel entlang den Flüssen Chamb, Regen und Donau. Der südliche Teil wird durch eine andere Gebietsbetreuung betreut.

Typische Lebensräume: -

Besonderheit: Betreuung Regentalaue seit Anfang der 1970er Jahre Wiesenbrüterschutz in und im Umfeld der SPA und FFH Flächen in der Regental-, Chambtal- und Zellertalaue im Landkreis Cham

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Im Westen liegt die Regentalaue mit dem Rötelseeweihergebiet, einem vogelkundlich bedeutsamen Weiher- und Natuschutzgebiet mit Wiesenbrüter-Vorkommen (Bekassine, Braunkehlchen, Kiebitz, Rotschenkel, Uferschnepfe und Wachtelkönig) und Weißstorch Nahrungshabitat. Im Osten nahe der tschechischen Grenze liegt der Drachensee, ein künstlich angelegter Stausee mit Freizeit- und Naturzone. Obwohl umstritten seit der Anlegung 2009, da eine naturnahe Auenlandschaft mit mäandrierendem Fluss aufgestaut wurde, etabliert sich die Naturzone mit angrenzenden Feuchtwiesen zum Vogelbrutgebiet und wichtigen Rastplatz für Durchzügler.
Die Further Senke zwischen Regentalaue und Drachensee entlang des Chamb ist durch teils intensive Wiesennutzung und Flächenverbrauch durch Siedlung, Gewerbe und Verkehr gekennzeichnet. Vor der Umwandlung kamen auch hier zahlreiche Wiesenbrüter vor. Als kleines Relikt liegt im Chambtal das 28,9 ha große Naturschutzgebiet Ponnholzbachtal, das sich seit 1991 zu einem wertvollen Rückzugsareal für bestandsbedrohte, feuchtigkeitsbewohnende Tier- und Pflanzenarten entwickelt hat. Auf den mageren Wiesen finden sich dort mehrere „Rote Liste Pflanzen-Arten“, wie das Breitblättrige Knabenkraut Dactylorhiza majalis, die blau blühende Sibirische Schwertlilie Iris sibirica und die Niedrige Schwarzwurzel, Scorzonera humilis. Auch der Biber ist hier im Auwald heimisch.
Eine weitere Teilfläche mit 635 ha liegt am Oberlauf des Weißen Regens bis Bad Kötzting mit Kaitersbachaue (Zellertal).

Angelika Nelson
Angelika Nelson

Name: Angelika Nelson

Ausbildung: Dr. rer nat Universität Wien und Copenhagen

Im Dienst seit: 2019

Thematische Schwerpunkte: Projekte und Maßnahmen zum Wiesenbrüterschutz, Koordination der Zusammenarbeit verschiedener Akteure, Artenschutzprojekte

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Angelika Nelson
Als studierte Verhaltensbiologin freue ich mich die Vogelwelt im Chamb- und Zellertal zu erkunden und zu bewahren. Erste Beobachtungen und ein Rückblick auf historische Daten zeigen, dass wir dem Vorbild der Regentalaue, wo Ehrenamtliche schon seit Jahren Lebensraum für Brut- und Zugvögel optimieren, auch im Chambtal folgen müssen. Gemeinsam mit Landwirten und Grundstückseigentümer wollen wir Lebensräume für wiesenbrütende Vögel wie Braunkehlchen, Kiebitz, Grosser Brachvogel, wiederherstellen.

Kontakt

Angelika Nelson

Zentrum Mensch und Natur

Nösswartling 12

93473 Arnschwang

Telefon: 09977 8227

Kiebitz (Foto: Andreas Hartl)
Kiebitz (Foto: Andreas Hartl)

Tierarten: >1000

Pflanzenarten: >600

Highlights: Über 280 Brut- und Gastvogelarten im Rötelseeweihergebiet, darunter Bruterfolge von Rotschenkel (2-3 Paare pro Jahr, der Grossteil der bayerischen Population), Grosser Brachvogel, Uferschnepfe und Bekassine dank des unermüdlichen Einsatzes eines Teams Ehrenamtlicher (Peter Zach, Alfons Fischer, Jutta Vogl). Gelbbauchunken im Steinbruch Blauberg; Zauneidechsen und Kammolche an der Teufelsmauer bei Ried am Pfahl; Fischotter und Biber in den Weihern und Auenlandschaft.

Hilfsprogramme für: Wiesenbrüter (extensive Bewirtschaftung von feuchten Grünländern und Weiden)

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Das Regental zwischen Cham und Pösing gehört zu den wichtigsten und artenreichsten Rückzugsgebieten für seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen in Bayern. Auf circa 15 km2 Fläche kommen über 1000 Tierarten und 600 Pflanzenarten vor. Viele überregional bedrohte Arten haben im Regental und an den Rötelseeweihern eines ihrer letzten Rückzugsgebiete. Dazu zählen beispielsweise der Laub- und Moorfrosch, verschiedene Heuschrecken- und Libellenarten, wie die Sumpfschrecke und die Grüne Keiljungfer oder die Moorwindelschnecke, eine kleine Gehäuseschneckenart. Darüber hinaus sind die Rötelseeweiher als Standort für hoch spezialisierte Pflanzenarten, wie das Braune Zypergras, die Zypergras-Segge, die Wurzelnde Simse, den Wasserschlauch oder den Schlammling bekannt. Hervorzuheben ist das Vorkommen besonders geschützter nach BnatSchG Arten: Busch-Nelke Dianthus seguieri, Frühlings-Knotenblume oder Märzenbecher Leucojum vernum, Wiesen-Schlüsselblume Primula veris; Großer Wiesenknopf Sanguisorba officinalis und Ameisen-Bläuling. Neben Wiesenbrütern ist das Gebiet für viele andere bayerische Vögel wichtig: Von den 31 nach der Roten Liste Bayerns vom Aussterben bedrohten Vogelarten brüten 10 regelmäßig an den Rötelseeweihern bzw. in der Regentalaue, weitere 16 Arten kommen als Durchzugsgäste bzw. unregelmäßige Brutvögel vor. Unter den Wasservogelarten brüten Knäkente, Schwarzhalstaucher und Zwergrohrdommel, Tüpfelsumpfhuhn im Gebiet sowie Schilfrohrsänger in den Verlandungszonen. Mehr auf: www.cham.lbv.de

 

Was Sie unbedingt erleben müssen

Vogelzug in der Regentalaue.

Die schönsten Orte im Gebiet

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Die Angebote

Besuchen Sie mich am Zentrum Mensch und Natur in Nösswartling. Gerne stehe ich Ihnen bei Fragen und Anliegen zur Verfügung.